2. Jahrestag und neuer Testschaft

Ja Leute, gestern hatte ich leider keine Zeit und Energie um noch einen Blog zu schreiben, da ich Spätdienst bis 20 Uhr hatte. Aber gestern war schon wieder mein zweiter Jahrestag, Wahnsinn wie die Zeit fliegt.

Ich bereue bis heute keine Sekunde und werde es auch nie bereuen. Reue ist bei so einem Thema sowieso total unbrauchbar und fehl am Platz. Es bringt mir rein garnichts und irgend etwas hinter her zu trauern nützt einem genauso wenig. Ich bin immer noch mehr als froh über meine Entscheidung die ich vor zwei Jahren getroffen habe und würde es immer wieder tun.

Wir müssen eben nur einige Dinge akzeptieren und in Kauf nehmen. Man sollte wissen was seine Prioritäten und Wünsche im Leben sind und sich dann danach ausrichten. Für mich war eben mehr Beweglichkeit und Lebensqualität wichtig. Ich wollte den alten Ballast los werden und das habe ich auch geschafft. Psychisch wie Physisch.

Man muss sich dann eben mit den neuen Situationen arrangieren. Zum Beispiel was den petfekten Schaft angeht, perfekt gibt es in der Welt schonmal sowieso garnicht und für sich den richtigen Schaft und die richtige Prothese zu finden, ist eben ein Weg den man erstmal gehen muss. Wie man so schön sagt, der Weg ist das Ziel, denn wir lernen aus all unseren Misserfolgen und aus all unseren Fehlern. Genauso ist es bei Prothesen. Man muss sich einfach Stück für Stück an den für sich perfekten oder fast perfekten Schaft ran Tasten.

Zwei Jahre sind nun rum und ich bin immer noch nicht ganz angekommen bei „MEINEM“ Schaft. Aber ich merke, wie ich bei jedem neuen immer näher an mein Ziel heran komme. Anfangs war ich natürlich auch immer wieder traurig und frustriert, wenn der neue Schaft nicht so optimal war, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Doch gerade Schäfte muss man vorallem auf Langzeit testen und nutzen.

Sehr häufig ist es eben so, dass man beim Techniker alles tested und probeläuft und dann schon zuhause oder ein paar Tage später merkt, dass doch etwas stört. So ist es eben auch auf lange Sicht oft. Man trägt ewig seinen gewohnten Schaft und merkt erst Monate später, ok das ist doch nicht so rosig, da habe ich ständig Blasen und Wunde stellen und dort fängt es an zu schmerzen.

Nun gut, heute sind wir wieder ein Stück näher dran. Bisher ist der Tuber (Sitzknochen) das einzige aber große Problem. Das tut nämlich noch ziemlich weh beim Laufen. Und nach einigen Stunden rum probieren, haben wir immer noch keine Lösung gefunden. Aber wir sind wieder ein wenig schlauer und wissen das Problem langsam einzugrenzen.

Nächste Woche Dienstag geh ich also wieder hin und wir testen so lange und so oft, bis wir sicher sind, dass er so passt. Erst dann kann man diesen Schaft für die Herstellung des definitiven Schaftes nutzen. Der wird dann ausgegossen mit Gips und das Modell wird dann für den 3D Druck des USC Schaftes genutzt.

Aber egal was kommt, lasst es euch sagen, gebt niemals auf und lasst den Kopf nicht hängen. Es gibt für jeden den richtigen Schaft, es ist leider nur oft ein längerer Weg dort hin, als einem lieb ist. Man darf nur eben niemals aufgeben und aufhören weiter danach zu suchen. Wer sich mit Halbherzigen Prothesen abfindet oder zB. sagt „es tut weh, ja dann trage ich sie halt weniger“, der wird auf Dauer niemals richtig in Gang kommen und glücklich werden.

Dafür muss man nun leider erstmal einiges in Kauf nehmen. Ständiges hin und her fahren und anprobieren, viel hinterfragen, am besten auch selbst sich etwas belesen und informieren. Es ist eben kein einfaches Kleidungsstück, die meisten von uns sind eben auf die Prothese angewiesen. Wir sollten also alle etwas Theoriewissen besitzen, denn nur so können wir auch verstehen, was uns gebaut wird.

So und nun klinke ich mich aus, Dienstag geht’s weiter mit dem probieren über studieren. Morgen wird erstmal unser lang ersehntes Sofa geliefert 😍😁.

Eure Chaos.Cat

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